Unternehmen gründen der komplette Guide mit Checkliste

Was muss ich beachten, wenn ich ein Unternehmen gründen will?

Wenn du auf die folgenden Fragen überwiegend mit nein antwortest, solltest du kein Unternehmen gründen.

Bist du für die Selbstständigkeit geeignet?

Das ist meiner Meinung nach die mit Abstand wichtigste Frage. Ich habe bereits einen sehr auführlichen Artikel zu dem Thema geschrieben, in dem ich die 11 Gründe gegen die Selbstständigkeit nenne.

Hast du eine funktionierende Geschäftsidee?

Dafür solltest du dir einen Business-Plan erstellen und eine Rescherche der Nische anstellen.

Dabei kannst du dir bereits genau aussuchen bzw. anschauchen, wer deine potenzielle Zielgruppe ist.

Hast du Rücklagen?

Es ist zwar auch möglich ohne Rücklagen direkt ins kalte Wasser zu springen, aber das Risiko dadurch erhöht sich natürlich.

Für manche mag dies allerdings ein Ansporn sein, denn Scheitern ist dann keine Option mehr.

Weißt du, wie du an deine Kunden kommst?

Wenn nicht, solltest du dich mit Marketing auseinandersetzen, und wirklich lernen, wie man Kunden bekommt. Wenn du keine Zeit, Geld oder Lust darauf hast, bewirb dich für ein kostenloses Erstgespräch bei mir, da finden wir gemeinsam heraus, was du brauchst.

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Welche Rechtsform sollte ich wählen?

Es gibt hier keine Pauschale Antwort, die auf jeden zutrifft, deswegen möchte ich dir hier eine kleine Übersicht geben.

Einzelunternehmer + Kleinunternehmer

Zuerst gilt erstmal folgendes: Jede Rechtsform kann die Kleinunternehmerregelung nutzen.

Die Kleinunternehmerregelung ist selbst auch keine Rechtsform, sondern nur eine Regelung in dem Umsatzsteuergesetz.

Allerdings wird sie meistens nur in Kombination mit einem Einzelunternehmen genutzt, da sie hier besonders sinnvoll ist.

Beteiligen sich mehrere Personen an deiner Idee, kannst du diese Rechtsform jetzt schon vergessen.

Für alle anderen, ist dies aber womöglich die einfachste Rechtsform.

Gerade am Anfang wirst du die Umsatzgrenze wahrscheinlich erstmal nicht erreichen.

Du kannst nämlich bis zu 17.500€ Umsatz im vorherigen Kalenderjahr und bis zu 50.000€ im aktuellen Kalenderjahr machen und trotzdem noch die Kleinunternehmerregelung verwenden.

Das heißt konkret, dass du keine Umsatzsteuer ausweisen musst und die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) machen kannst.

Der Vorteil hierbei ist die extrem simple Buchhaltung, denn eine simple Excel-Tabelle reicht hier. Die Gründungskosten sind unter 50€, denn es wird nur eine Gewerbeanmeldung benötigt.

Der Nachteil: Du bist mit deinem Privatvermögen haftbar und kannst die Umsatzsteuer nicht absetzen (gerade schlecht für Händler).

Für eine vollständige Liste mit allen Vor- und Nachteilen, lad dir meine Checkliste herunter

GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechtes)

Die GbR ist quasi wie die das Einzelunternhemen für mehrere Personen.

Der riesige Nachteil ist hier, dass du auch mit deinem Privatvermögen für deinen Geschäftspartner haftbar bist.

Der Vorteil ist die simple Buchhaltung, wenn die Kleinunternehmerregelung genutzt wird.

UG (haftungsbeschränkt)

Die Unternehmergesellschaft ist die „kleine GmbH“. Da die englische Limited hier lange Konkurenz gemacht hat, hat der Gesetzgeber diese Rechtform ins Leben gerufen.

Es wird nämlich nur eine Mindestkapital von einem Euro benötigt. In der Realität sähe es dann aber so aus, dass man direkt nach der Gründung wegen der Notarkosten insolvent wäre.

Daher zahlen die meisten Leute hier ca 300-500€ ein.

Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Privatvermögen hier geschützt und man haftet nur mit dem Gesellschaftsvermögen.

Eine Gründung mit mehreren Personen ist ebenfalls möglich.

Dafür ist nun eine doppelte Buchführung nötig und das Unternehmen muss ins Handelsregister eingetragen werden.

Der Vorteil: Die geringe Haftbarkeit und die Möglichkeit, die Umsatzsetuer absetzen zu können.

Der Nachteil: Die Gründungskosten deutlich höher, als bei den vorher genannten Rechtsformen und die laufenden Kosten (z.B für Buchhaltung und Steuerberater sind höher)

GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

Die GmbH hat in Deutschland wohl mit den besten Ruf.

Vorteile:

Neben dem positiven Status, ist der Vorteil einer GmbH, dass auch hier das Privatkapital geschützt ist.

Zusätzlich wird der Gewinn nach der Körperschaftssteuer besteuert. In den meinste Fällen ist diese Besteuerung deutlich günstiger, als die Einkommenssteuer.

Außerdem kannst du hier

Nachteil:

Die Gründungs- und Verwaltungskosten sind von allen Rechtsformen die höchsten.

Die Gründungskosten sind so hoch, weil die Anmeldung Geld kostet und ein Stammkapital eingezahlt werden muss.

Das Stammkapital muss mindestens zur Hälfte eingezahlt werden (12.500€) und kann dann auch genutzt werden, allerdings muss das Geld dafür auch ersteinmal vorhanden sein.

Wie hoch sind die Kosten für eine Unternehmensgründung?

Einzelunternehmer: ca. 50€

GbR: 20-100€

UG: 400-1000€

GmbH: 600-1200€ + Einzahlung des Stammkapitals (mindestens 12.500€)

Ideen um ein Unternehmen zu gründen

Du weißt, dass du ein Unternemen starten willst, suchst aber noch nach einer passenden Geschäftsidee?

Dann schau dir meine 13 Geschäftsideen an, mit denen du dich selbstständig machen kannst.

Checkliste

Wenn du eine umfassende Checkliste haben willst, klick auf den Button:

Kann ich als minderjähriger ein Unternehmen gründen?

Ja das geht, es ist nicht ganz einfach, aber nach ein paar Schritten möglich.

Es gibt einige Hindernisse, die es zu überwinden gilt.

Die ersten „kleineren Hindernisse“ befinden sich im sozialen Umfeld. Denn du wirst sowohl deine Eltern, als auch Lehrer davon überzeugen müssen, dass du das Zeug hast dich unternehmerisch tätig zu werden.

Wenn die Leistungen in der Schule im vorhinein nicht stimmen wird es ebenfalss in den späteren Instanzen schwierig

1. Schritt: Ermächtigung deiner Eltern oder Erziehungsbereichtigen (gesetzlicher Vertreter)

Da du unter 18 Jahren nur eingeschränkt geschäftsfähig bist, muss eine Ermächtigung deines gesetzlichen Vertreters stattfinden. Nur mit dieser kann es in deinem Vorhaben weitergehen.

Die Grundsätze dieser Bescheinigung kannst Du im § 112 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) nachlesen.

2. Schritt: Genehmigung der Ermächtigung durch das Familiengericht

Nachdem die Ermächtigung deiner gesetzlichen Vertreter ausgestellt wurde, wird diese von dem zuständigen Familiengericht geprüft.

Dafür musst du einen schriftlichen Antrag stellen, welcher von dir und dienen Eltern unterschrieben sein muss.

Wenn du noch schulpflichtig bist, brauchst du auch eine Bescheinigung deiner Schule, in der bestätigt wird, dass

  • die Führung eines Unternehmens mit deinen schulischen Leistungen vereinbar ist.
  • die Schulpflicht durch deine Tätigkeit nicht verletzt wird.

Wenn du also in der Schule keine ausreichenden Leistungen erbringst, wird es hier sehr schwer eine Genehmigung zu bekommen.

3. Schritt Persönlisches Gespräch mit einem Rechtspfleger

Um abschließend deine Geschäftsfähigkeit zu prüfen wird in den meisen Fällen ein persönliches Gespräch fällig.

Hier wird dann schlussendlich ermittelt, ob du die nötige Reife und die Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt, um ein Unternehmen zu führen.

Deswegen solltest du dich hierauf besonders gründlich vorbereiten.

Viele Leute empfehlen hier einen Business-Plan. Eine richtige Präsentation zeigt hier dein Können und dass du dich intensiv mit der Thematik beschäftigt hast.

Wenn du von dir selber auf die Risiken eingehst, ist das ebenfalls hilfreich, da dies demonstriert, dass du dir dieser bewusst.

Zusammenfassung

Ich hoffe du hast jetzt eine gute Übersicht bekommen, was du alles brauchst um ein Unternehmen zu gründen.

In dem ersten Teil hast du alle wichtigen Grundlagen vor der Gründung bekommen und vielleicht auch schon deine passende Rechtsform gefunden.

Wenn du noch mehr Geschäftsideen haben willst und Checklisten, wo du wirklick alles abhaken kannst klick auf den Button:

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